Mittwoch, 1. Dezember 2010

Es weihnachtet sehr…

Es gibt Gerüche, die zur winterlichen Jahreszeit präsenter sind als zu anderen. Dazu gehören definitiv der des Zimts gemeinsam mit dem des Marzipans.

Wer hätte gedacht, dass diese Gerüche rein chemisch gesehen sehr verwandt sind?
Der Hauptbestandteil des Zimts ist das Zimtaldehyd (da hat sich jemand richtig Gedanken gemacht…) dessen Geruch sehr charakteristisch ist. Ausgangsstoff für dieses in der Synthese ist Benzaldehyd. Dieses wird auch Bittermandelöl genannt und auch dieser Name ist eine gute Beschreibung für den Geruch. Prinzipiell riecht das ganze Labor wie eine große Marzipanfabrik sobald man den Deckel abnimmt. Das süßlich angenehme Aroma hat wohl schon viele zum Probieren verführt. Der Geschmack soll sehr süßlich sein. Ab einer bestimmten Menge jedoch brennt es wohl nur noch im Hals.

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Achtung: Chemieexkurs!
Für die chemisch interessierten: Der Benzaldehyd reagiert mit Acetaldehyd in einer Aldolkondensation zum Zimtaldehyd. Gleiches gilt übrigens auch für die Zimtsäure. Zimtaldehyd ist ein α,β-ungesättigter Aldehyd mit einer trans-Doppelbindung in der Seitenkette des Aromaten.
Chemieexkurs beendet!
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Zimtaldehyd ist übrigens in größeren Mengen genossen giftig und wird auch oft als Fungizid und Pestizid eingesetzt. In vielen Insektensprays ist es enthalten. Weiterhin findet es Einsatz in Rostschutzmitteln und sogar Anti-Krebs Mitteln. So möchte man doch auch als Ungeziefer entfernt werden, oder?^^

Die oben beschriebene Synthese ist zwar etwas aufwändiger, da sie unter Luft- und Wasserausschluss stattfinden muss, aber in der Vorweihnachtsstimmung wäre sie sicherlich ideal. Endlich mal ein angenehmer Duft im Labor…