Samstag, 6. November 2010

Die Leidener Flasche

Wusstest du schon, dass…
Leiden (früher hieß es Leyden) der Ort ist, der der „Leidener Flasche“ ihren Namen gibt?
Nun fragst du dich sicher: „Was zum Henker ist eine ‚Leidener Flasche’ und was hab ICH damit zu tun?“ Das will ich dir beantworten, damit du auch den historisch-wissenschaftlichen Hintergrund der Stadt erkennen kannst.

Das ganze hat mit Physik zu tun. Oder auch mit Chemie, genauer gesagt mit Physikalischer Chemie! Die Leidener Flasche ist die Urform des Kondensators, sozusagen der allererste Versuch.
Einen Kondensator kennst du sicherlich noch aus der Schule: Das war das Teil mit den zwei großen Platten mit Luft dazwischen, bei dem eigentlich nichts passierte. Seine Funktion ist die Ladungsspeicherung, der Kondensator bildet mit einer Spannungsquelle einen Stromkreis. Da dieser aber nicht ganz geschlossen ist (es ist ja Luft zwischen den Platten), wird die eine Platte positiv und die andere negativ geladen. Sobald das fertig ist, fließt kein Strom mehr.
Eine Leidener Flasche ist das gleiche in grün: Es ist im wesentlichen ein Topf, der außen und innen jeweils eine leitende Schicht besitzt. Die innere Schicht wird positiv aufgeladen, die äußere negativ. Und dazwischen ist ein Material, was die beiden voneinander trennt. In der damaligen Zeit war das revolutionär, konnte man doch endlich große Energiemengen auf einmal freisetzen.
Die beiden Platten (oder Schichten) brauchen nämlich eine gewisse Zeit um aufgeladen zu werden. Wenn sie dann sich einander nähern, wird eine große Menge Energie frei, meist in Form von einem Blitz.
Das kann man sich auch zu nutze machen: Man kann beide Platten aufladen, sie dann von der Spannungsquelle trennen und an einen Verbraucher anschließen (das geht zum Beispiel mit einem Schalter). Dann werden sie sich sofort mit einer ziemlichen Wucht entladen, sie haben ja auch SO lange darauf warten müssen.

So, was bringt uns das nun für den Alltag? Die Anwendung, die mir beim Kondensator immer einfällt, ist in einer Fotokamera. Für den Blitz wird ziemlich viel Energie benötigt, den die kleine Batterie nicht so einfach aufbringen kann. Also ist ein kleiner Kondensator in die Kamera eingebaut, der sich auflädt und dann auf einen Rutsch genug Energie für einen hellen Blitz (inklusive roter Augen) freisetzen kann. Und deswegen kann man auch nicht zwei Fotos schnell hintereinander machen: Der Kondensator braucht einen Moment um sich wieder zu erholen, erst dann kanns weitergehen.

Alles klar?
Gut, dann denkst du das nächste Mal, wenn du Fotos machst, bestimmt an die Leidener Flasche!