Samstag, 3. Oktober 2009

Xenonfluorid? Als Adresse?

Ich denke es wird langsam mal Zeit für eine Erklärung unserer Blog-Adresse.
Aha, Xenonfluorid. Ich mach mal eine Fallunterscheidung, wer was darüber denken könnte.

Fall 1: Der Nicht-Chemiker bzw. Chemie-Verweigerer
„Hm, klingt chemisch… Komischer Name…“

Fall 2
: Der Chemie-Interessent
„Oh, Xenon hab ich schon mal gehört. Und Fluor, das ist doch das, was in meiner Zahnpasta drin ist!“

Fall 3
: Der Besserwisser
„Xenon ist, wie jeder weiß, ein Edelgas. Es geht keine Verbindungen ein. Und IHR wollt Studenten sein?“

Jaja, scheint schon irgendwie kontrovers zu sein… Aber jetzt gibt es die Erklärung von
Fall 4: Der Chemie-Haxor bzw. WIR^^“.

Ja, in der Tat, Xenon ist ein Edelgas. Edelgase sind sozusagen die Superstars bzw. die Snobs unter den Elementen. Bereits in der Schule lernt man, dass alle Elemente das Bestreben haben, wie Edelgase zu werden, also 8 Elektronen in ihrer „äußeren Schale“ zu haben bzw. immer genau acht teure Klunker zum Angeben zu haben.
Edelgase haben von Natur aus ihre acht Ringe, Ketten oder Armbanduhren, was auch immer, sie wurden sozusagen mit einem goldenen Löffel im Mund geboren. Chemisch wird das ganze dadurch ausgedrückt, dass Edelgase keinen Elektronegativitätswert haben.
Dieser Elektronegativitätswert gibt bei allen anderen Elemente an, wie scharf sie auf dieses „Nur mit 8 Diamanten seh ich gut aus“ - Klischee sind.

Über Xenon im speziellen gibt es nun noch mehr zu sagen: Wenn wir uns seine Position im Periodensystem der Elemente (jeder Chemiker kennt es auswendig) ansehen, stellen wir fest, dass es ein ziemlich großes Element ist, sozusagen ein sehr dicker Snob.

Wer ist nun Fluor?
Fluor ist eine Mischung aus hyperaktivem Kind, dem Fisch „Dorie“ aus „Findet Nemo“ und einem Tellerwäscher, der gerne Millionär wär.
Fluor hat den höchsten Elektronegativitätswert von allen Elemente. Es reagiert einfach mit allem, wenn es dafür nur das letzte, noch fehlende, Elektron bekommt.
Dabei ist es SO extrem drauf, dass es sogar mit einem Edelgas reagieren würde (die so was ja wie gesagt eigentlich sonst kategorisch ablehnen).

Warum diese Kombination aus ausgerechnet den beiden?
Naja, einem dicken Snob wie Xenon kann man seine Diamanten natürlich leichter klauen als einem Sportfreak wie Neon, was seinen Reichtum überall voll im Griff hat.

Und schon entsteht also ein Xenonfluorid!
Naja, ganz so einfach ist es dann doch nicht, immerhin hat man bis ins 20.Jahrhundert gebraucht um überhaupt mal ein Edelgas zur Reaktion zu bewegen… Aber jetzt, wo man es geschafft hat, gibt es eigentlich kein Halten mehr.

Und warum DAS als Blogadresse?
Tja, irgendwie war es eine der ersten Sachen, die uns an der Uni erklärt wurden und unserem Schulwissen komplett widersprachen. An der FU gibt es auch eine Arbeitsgruppe, die sich unter anderem auch mit Xenonverbindungen beschäftigt:
http://www.bcp.fu-berlin.de/chemie/ac/agseppelt/forschung.html

Kurz gesagt: Es ist einfach ein total ungewöhnliches Thema, man muss es lieben!